Reifenpoker auf der Nordschleife

Nach dem Auftakt am Hockenheimring startete der SEAT Leon Supercopa auf der Nordschleife.

Das erste von zwei Qualifyings startete am Donnerstag. Zu Beginn war die Strecke noch nass. Die Wetterinformationen sagten für das zweite Qualifying am Freitag trockene Bedingungen voraus und so entschied ich mich kein Risiko einzugehen und startete auf Regenreifen um eine erste Zeit zu setzen. Um kein unnötiges Risiko auf der gefährlichen Nordschleife einzugehen wechselte ich erst sehr spät auf die profillosen Slicks und konnte mit dieser Bereifung nur eine gezeitete Runde fahren, mit der ich mich für Platz 10 qualifizierte. Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass die schnellen Zeiten sowieso erst am Freitag gefahren werden.

Die Strecke war zwar am Freitag etwas trockener, jedoch lag eine dicke Ölspur auf der Strecke. Sie erstreckte sich vom Streckenabschnitt „Hohe Acht“ bis auf den GP-Kurs des Nürburgrings. Nach einem kurzen Versuch auf Slicks war mir sofort klar, dass es heute keine Verbesserung der Zeiten mehr geben würde und so zählte das Qualifying vom Donnerstag. Meine Strategie mich auf den Freitag zu konzentrieren scheiterte leider an der Ölspur und ich musste von Platz 10 starten.

Auch das Rennen am Samstag vor dem Start des legendären 24h-Rennens geriet zum Reifenpoker. Extra für diese Veranstaltung standen den Startern im SEAT Leon Supercopa zwei Intermediate-Reifen (leicht profilierte Slicks für Mischwetter) zur Verfügung. Dies bot ganz neue Möglichkeiten bei der Reifenwahl. Nach längerer Überlegung entschied ich mich die Intermediates auf der Vorderachse zu fahren und für die Hinterachse wählte ich Regenreifen, da ich fürchtete dass Regenreifen auf der Vorderachse die Distanz nicht überstehen würden.
Noch während der Einführungsrunde auf dem über 24 km langen Kurs merkte ich, dass meine Reifenwahl an diesem Tag nicht die richtige s
war. Ich konnte meine Vorderreifen einfach nicht auf Temperatur bekommen. Gleich am Start büßte ich eine Position ein und noch auf dem GP-Kurs verbremste ich mich und musste als letzter dem Feld auf der Nordschleife hinterherfahren. Bereits in der erste Runde konnte ich aber zwei Plätze gutmachen und hoffte, dass die Strecke schnell abtrocknen würde, damit ich den Vorteil meiner Intermediates ausspielen könnte. Leider kam es nicht soweit und ich hatte große Schwierigkeiten meinen SEAT Leon auf der Strecke zu halten. Da ich Thomas Marschall, der einen Reifenschaden erlitt, wenige Meter vor dem Ziel noch überholen konnte, wurde ich immerhin noch Zehnter. Der Schwede Andreas Simonsen hat das Rennen gewonnen, gefolgt von Andres Pfister und Damian Sawicki.

Nach dieser mageren Ausbeute musste ich den dritten Platz in der Meisterschaft abgeben und bin nun vierter und immernoch bester Deutscher. In der Gesamtwertung liege ich momentan mit 32 Punkten, nur einen Punkt hinter dem Südafrikaner Shane Williams. Angeführt wird die Meisterschaft von dem Polen Damian Sawicki mit 52 Punkten.