Zandvoort

Voller Vorfreude reiste ich nach Zandvoort, zu einer der anspruchsvollsten Strecken im Kalender des SEAT Leon Supercopa.

Im freien Training lief es bei mir noch sehr gut und ich konnte ohne zu viel zu riskieren auf Platz 4 fahren.
Doch im entscheidenden Qualifying sah leider Alles anders aus. Die anspruchsvolle Strecke wurde einigen Piloten zum Verhängnis. Während meiner ersten schnellen Runde auf neuen Reifen strandete ein SEAT in der vorletzten Kurve im Kiesbett, woraufhin an dieser Stelle gelbe Flaggen gezeigt wurden. Weil das erzielen einer schnellsten Rundenzeit unter gelber Flagge eine empfindliche Strafe zur Folge hat, musste ich meine schnelle Runde kurz vor Ende abbrechen. Somit war mein erster neuer Reifensatz verbraucht und mit ihm waren keine Top-Zeiten mehr möglich. Als ich dann schnell meinen zweiten neuen Reifensatz an der Box abholte und ihn auf die perfekte Temperatur gebracht hatte, wurde meine nächste gezeitete Runde durch einen Trainingsabbruch gestoppt. Andres Pfister hatte die Kontrolle über seinen SEAT verloren und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Und da ging mein zweiter neuer Reifensatz dahin. Das Quali wurde zwar nocheinmal freigegeben, doch meine Reifen waren nicht mehr gut genug um an die Spitze zu fahren und andere Piloten, die sich noch Reifen aufgespart hatten, konnten nun noch schnelle Runden drehen. Am Ende sprang für mich mit Rang 10 mein schlechtestes Qualifying Ergebnis in diesem Jahr heraus.

Im ersten Rennen am Samstag konnte ich gleich am Start einige Plätze gutmachen und lag auf Rang 7, hinter Thomas Marschall, der allerdings noch etwas Vorsprung vor mir hatte. Den sechsten Platz (und somit Platz 1 für das Sonntagsrennen) im Visier kämpfte ich mich Runde um Runde immer näher an Marschall heran und war auch kurz vor Schluss des Rennens an ihm dran. Leider war ich nicht mehr in der Lage ihn zu attackieren und fuhr den undankbaren siebten Platz ins Ziel. Es siegte Damian Sawicki, vor Shane Williams und Andreas Simonsen.

Nachdem ich samstags drei Plätze gutmachen konnte, war das auch für den Sonntag mein Ziel um noch eine gute Punkteausbeute aus dem Wochenende zu holen. Nach einem guten Start wollte ich gleich in der ersten Kurve angreifen und Platzierungen gutmachen, doch plötzlich bekam ich einen Schlag auf das Heck meines SEATs und mein Teamkollege Elia Erhart drehte mich um, so dass sich das Vorderrad meines SEAT an einem sehr hohen Kerb einhakte, wodurch das ganze Auto aufstieg und ich mich fast überschlug. Als ich das Auto wieder gefangen hatte und etliche Konkurrenten ziehen lassen musste, bemerkte ich, dass diese Aktion für mein Auto nicht folgenlos geblieben war. Mein Lenkrad stand schief und die Spur war komplett verstellt. Unter diesen Bedingungen war es sehr schwer gerade auf dieser anspruchsvollen Strecke zu fahren. Ich konnte mich im Laufe des Rennens zwar noch auf den siebten Rang verbessern, es ist jedoch nicht auszudenken was ohne diese Aktion von Erhart noch alles möglich gewesen wäre.
Sieger wurde Shane Williams vor Thomas Marschall und Alexander Rambow.

Nach einem schlechten Timing, bzw. viel Pech im Quali war ich mit meinem Speed im Samstagsrennen sehr zufrieden. Dass ich einen Mister Markenpokal (Thomas Marschall) in den letzten Runden nicht mehr überholen konnte ist keine Schande.
Die Aktion von meinem Teamkollegen Elia Erhart, mich in der ersten Kurve umzudrehen kann ich nicht nachvollziehen, gerade weil es bei ihm in der Meisterschaft um nichts geht. Meine Titelchancen sind seit diesem Wochenende zwar theoretisch noch gegeben, doch ich kann jetzt nur noch auf eine schwache Punkteausbeute meiner Kontrahenten hoffen. Es ist auch sehr schade für das Team, ich wäre gerne noch etwas länger um die Meisterschaft mitgefahren.

Tabellenführer ist nun Sawicki mit 143 Punkten vor Simonsen mit 140 Punkten und Williams mit 139,5 Punkten. Ich liege mit 115 Punkten auf Rang 4.